Stützer GmbH

Öffnungszeiten:

Montag - Freitag
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Samstag
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Börsen-Samstag
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Richtlinien für Vogelbörsen

Vogelbörsen sind Veranstaltungen, auf denen Vögel von Züchtern und Haltern zum Kauf oder Tausch angeboten werden.

Für Vogelbörsen werden in den Gutachten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten („Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien“ vom 10. Januar 1995 und „Mindestanforderungen an die Haltung von Kleinvögeln: Körnerfresser“ vom 10. Juli 1996) Vorgaben gemacht, die im folgenden berücksichtigt sind. Ferner fanden auch die Vorgaben hinsichtlich der Käfiggrößen für Vogelausstellungen der großen Zuchtverbände „Bund deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG)“ und „Verband für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht (AZ)“ Berücksichtigung.

Nach § 11 (1) 2c des Tierschutzgesetzes bedarf, wer Tierbörsen zum Zweck des Verkaufes oder Tausches von Tieren durch Dritte durchführen will, einer Erlaubnis der zuständigen Behörde. Nach § 11 (2a) kann diese Erlaubnis, soweit es zum Schutz der Tiere erforderlich ist, unter Befristungen, Bedingungen und Auflagen erteilt werden.

Nach § 11c des Tierschutzgesetzes ist die Abgabe von Wirbetieren an Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten unzulässig.

Wegen der sehr unterschiedlichen Art und Größe der betroffenen Veranstaltungen sollen die nachfolgenden Vorgaben im Einzelfall von der genehmigenden Behörde geprüft und umgesetzt werden; Veranstaltern sollen  mit diesen Richtlinien Wege aufgezeigt werden, wie ihre Veranstaltung möglichst tierschutzgerecht durchgeführt werden kann. Es wurden Forderungen aufgenommen, die den administrativen Ablauf einer Tierbörse erheblich erleichtern und aus tierschützerischer und artenschutzrechtlicher Sicht sehr wünschenswert sind, aber in jedem Einzelfall nicht durch einen eindeutigen Gesetzesvorbehalt gestützt sind.

Organisatorische Vorbereitung 

Organisation

Die Erlaubnis für die Durchführung einer Börse ist rechtzeitig beim zuständigen Veterinäramt oder Ordnungsamt zu beantragen. Die Verantwortung für den tierschutzgerechten Ablauf der Börse liegt beim Veranstalter. Um ihn zu gewährleisten, muß eine Börsenordnung erlassen werden, in die alle tier- und artenschutzrechtlichen Forderungen aufgenommen werden müssen. Es ist für den Veranstalter empfehlenswert, bei der Antragstellung die vorgesehene Börsenordnung mit einzureichen, um eine Abstimmung mit der Behörde zu ermöglichen. Es sind ein Verantwortlicher, ein Stellvertreter und ggf. ausreichend weiteres Ordnungspersonal zu bestimmen, die gegenüber Besuchern und Anbietern weisungsberechtigt sind. Der Verantwortliche oder Stellvertreter muß während der gesamten Dauer der Veranstaltung anwesend sein.

Die Börsenordnung muß allen Anbietern vor Veranstaltung bekannt sein; der Veranstalter sollte sich die Kenntnisnahme der Börsenordnung von den Anbietern durch Unterschrift bestätigen lassen. Die Börsenordnung ist im Veranstaltungsraum an gut sichtbarer Stelle auszuhängen.
Nach Beginn der Veranstaltung sollten nur angemeldete Anbieter in begründeten Einzelfällen zugelassen werden.

Ein Tierarzt, der in der Behandlung von Vögeln erfahren ist, sollte erreichbar sein.

Börsen dürfen höchstens einen Tag dauern, um die Belastung für die Tiere zu reduzieren. Vogelbörsen im Rahmen von Vogelausstellungen und Vogelbewertungsschauen dürfen maximal 72 Stunden dauern. Die Vögel dürfen höchstens an 2 Tagen, je Tag höchstens 10 Stunden der Öffentlichkeit präsentiert werden. Nachtruhe mit entsprechenden Dunkelphasen von mindestens 6 Stunden ist einzuhalten.

Für Börsenräume gilt Rauchverbot, da Nikotin schädlich ist.

Hunde und Katzen dürfen nicht in die Börsenräume verbracht werden.

Es sollten entsprechende Anschläge angebracht werden, dass ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten kein Verkauf an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren erfolgt.

1.2. Räume und Einrichtungen

Vogelbörsen, auf denen Ziervögel angeboten werden, sind aufgrund der nie sicher vorhersehbaren Witterung im freien nicht zulässig. Da die Einhaltung eines tiergerechten Temperaturbereiches für das Wohl dieser Tiere erforderlich ist, muß ggf. eine Heizmöglichkeit bestehen. Ein unbeabsichtigtes Entweichen von Vögeln lässt sich nur in geschlossenen Räumen sicher vermeiden.

Die verwendeten Räumlichkeiten müssen sich aus seuchenhygienischen Gründen (z,B. Psittakose, Ornithose, Salmonellose) vor und nach der Börse reinigen und desinfizieren lassen. Teppichboden ist nicht geeignet.

Folgende technischen Einrichtungen sind in ausreichender Zahl und zu jeder Zeit nutzbar zur Verfügung zu halten:

Wasserzapfstellen für Kalt- und Warmwasser
Handwaschgelegenheiten (Toilette)

Die verwendeten Räume müssen gut belüftbar sein. Fenster müssen so gesichert sein, dass Vögel nicht entweichen können. Eine Schleuse am Eingang ist empfehlenswert.

Es sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, verletzte, kranke und extrem scheue Vögel sowie bereits gekaufte Tiere vorübergehend separat aufbewahren zu können, damit die Möglichkeit besteht, solche Tiere aus dem Verkaufsraum zu entfernen bzw. damit sie vom Käufer während der Veranstaltung nicht herumgetragen werden müssen. Empfehlenswert ist ein separater Raum, der gegen ein Einfliegen von Vögeln gesichert ist und in dem Vögel auch umgesetzt werden können.

Der Veranstalter hat dafür zu sorgen, dass an jedem Verkaufsstand geeignete Transportbehältnisse für Verkaufstiere in ausreichender Zahl bereitgehalten werden.

1.3. Vorbereitung der Tiere

Nur gesunde, gut ernährte und unverletzte Tiere sind zum Anbieten geeignet. Erkennbar scheue, nicht an die Bedingungen gewöhnte Vögel dürfen nicht auf eine Börse verbracht werden. Hinsichtlich Anforderungen an Verpackung und Transport der Tiere wird auf die TVT.Checkliste zum Transport von Heimtieren und die Tierschutztransportverordnung verwiesen.

Mindestanforderungen an den Anbieter

Es sollen nur Vögel aus Nachzuchten angeboten werden. Für gechipte Vögel muß ein geeignetes Ablesegerät vorhanden sein. Scheue Vögel dürfen nicht angeboten werden.

Jeder Stand sollte mit einem gut sicht- und lesbaren Schild versehen sein, auf dem Name und Adresse des Anbieters/Ausstellers aufgeführt sind. Jeder Käfig ist mit einem gut sicht- und lesbarem sowie eindeutig zuzuordnenden Schild mit folgenden Angaben zu versehen:

Deutscher Name, ggf. wissenschaftlicher Name
Geschlecht
Schutzstatus: WA I, WA II, BartSchV o. ä.
Haltungshinweise, z.B. Nahrungsspezialisten

Dieses Schild ersetzt nicht eine fachkundige Beratung.

Die Käfige müssen folgenden Mindestanforderungen entsprechen:

dreiseitig blickdicht geschlossen. Für Geflügel genügt eine geschlossene Rückwand.

sauber

verletzungssicher
(keine unvollständig geschlossenen, gemeinschaftlichen Mittelwände; der Gitterabstand muß gewährleisten, das die Vögel nicht den Kopf durchstecken können. Bei Geflügel ist dies nicht erforderlich, sofern Tiere benachbarter Käfige sich nicht verletzen können. Dort ermöglichen große Gitterstände das weitgehend verschmutzungssichere Anbringen von Futter- und Tränkenäpfen außerhalb des Käfigs)

geeignete saubere Einstreu für die Aufnahme von Ausscheidungen (z,B. Granulat, Futter bei kleinen Psittacidenarten und Finken, Wellpappe bei Tauben (Nicht bei federfüßigen Rassen!), Hobelspäne bei Hühnern und Puten, kurzgeschnittenes Stroh bei Wassergeflügel)

Die Fläche des Käfigs darf 15 cm x 30 cm nicht unterschreiten, sie muß mindestens so breit oder tief wie die 1,5fache Körperlänge des Vogels sein; die andere Seite muß der 1 fachen Körperlänge entsprechen. Der Käfig muß so hoch sein, dass der Vogel darin in natürlicher Haltung aufrecht sitzen kann. Bei bis zu 10 Tieren darf der zusätzliche Platzanspruch je Tier 50% reduziert werden.

Die Käfige müssen mindestens zwei gegenüberliegende Sitzstangen quer zur Längsrichtung enthalten (außer Bodenvögel).

Grundsätzlich dürfen nur etwa gleich große, untereinander verträgliche Tiere angeboten zu mehreren in einem Käfig untergebracht werden. Die Besatzdichte darf nur so groß sein, dass mindestens 1/3 der Sitzstangenlänge frei bleibt. Bei bodenlebenden Vögeln und Geflügel muß mindestens die halbe Bodenfläche frei bleiben.

Die Käfige sind außer bei schweren bodenlebenden Vogelarten mindestens in Tischhöhe     (ca 80 cm)  aufzustellen. Der Abstand zu den Besuchern soll mindestens 50 cm betragen.

Spezielle Käfigmindestgrößen:

Haustauben bis Brieftauben
(nicht mehr als 1 Taube pro Käfig)                                          35x35 cm, Höhe 35 cm
Mittelgroße Taubenrassen                                                       40x40 cm, Höhe 40 cm
Großkröpfer und andere große Taubenrassen              50x50 cm, Höhe 50 cm

Zwerghühner                                                                          50x50 cm, Höhe 50 cm
Kleinere Hühnerrassen (z,B. Seidenhühner)                             60x60 cm, Höhe 60 cm
Mittelgroße Hühnerrassen                                                       70x70 cm, Höhe 70 cm

Gänse und Puten                                                                     100x100 cm, Höhe 100 cm

Es sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, verletzte, kranke und extrem scheue sowie bereits gekaufte Tiere vorübergehend separat aufbewahren zu können, damit solche Tiere bei Bedarf aus dem Markt entfernt werden können bzw. damit sie vom Käufer während der Veranstaltung nicht herumgetragen werden müssen.

Der Käufer ist für eine tierschutzgerechte Aufbewahrung und entsprechenden Transport der Tiere verantwortlich.

Der Veranstalter hat dafür zu sorgen, dass im Falle von Beanstandungen geeignete Transport- und Ausstellungsbehältnisse in ausreichender Zahl und Größe bereitgehalten werden.

Außerdem hat der Veranstalter sicherzustellen, dass die Käfige außer bei Haus- und Ziergeflügel (außer Tauben) mindestens in Tischhöhe aufgestellt werden und der Abstand zu den Besuchern mindestens 50 cm beträgt (z.B. durch Absperrbend).

Der Verkauf auf dem Parkplatz ist nicht gestattet.

Weitere Anforderungen für Vögel und Säuger:

Die Käfige müssen so abgedeckt sein, dass ein ständiges Hineingreifen verhindert wird.

Tiere dürfen nur bei Kaufabsicht aus den Behältern genommen werden, dabei dürfen Kinder die Tiere nicht ohne Aufsicht herausnehmen.

Bei Märkten im Freien müssen die Käfige so abgedeckt sein, dass bei Regen oder Schnee weder das Tier noch die Einstreu nass werden können. Schutz vor Zugluft ist sicherzustellen.
Durch die Abdeckung oder durch andere Maßnahmen muss gewährleistet sein, dass die Tiere im Sommer Schattenplätze aufsuchen können.

Den Tieren müssen ständig Futter und Wasser zur Verfügung stehen; ausnahmsweise kann bei Kleinsäugern statt Wasser auch Feuchtfutter (Gurke etc.) gegeben werden.

Die Behälter sind sauber zu halten. Bei Haustauben ist eine zwei mal tägliche Fütterung bis zur Sättigung ausreichend.

Die angebotenen Tiere sind ständig vom Besitzer oder einer von ihm beauftragten Person zu beaufsichtigen,

Stand: März 1999

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Stand: 07.12.2009